#10 Nachhaltigkeit (1/2)

Wir helfen der Politik, das Versprechen der UN-Klimakonferenz von Paris einzuhalten: Deutschland bis 2035 klimaneutral machen." - So steht es auf der Website germanzero.de. Wir sprechen heute über das Thema Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit hat laut Definition eine ökonomische, eine ökologische und eine soziale Säule - welche Säule ist die Wichtigste? Und was hat Glaube mit Nachhaltigkeit zu tun?




 

DG: David Geitner

DN: David Naßler



DN: Wir helfen der Politik das Versprechen der UN-Klimakonferenz von Paris einzuhalten-, Deutschland bis 2035 klimaneutral machen. So steht es auf der Website GermanZero.de. Herzlich Willkommen zum neuen Podcast vom doppelten David.


DG: Servus. GermanZero ist eine deutsche Klimaschutzorganisation, die sich dafür einsetzt, dass Deutschland eben bis 2035 klimaneutral wird. So soll die völkerrechtliche Verpflichtung aus dem Pariser Weltabkommen von 2015 eingehalten werden, welches eine Begrenzung der Erhitzung auf eineinhalb Grad festlegt. Und für dieses Ziel erarbeiten wir jetzt den Klimaplan und die notwendigen Gesetzesentwürfe-, so die Initiative. Tausende von Bürgerinnen und Bürgern sollen mit diesem Gesetz unsere Demokratie von unten beleben und das Paket dann 2022 in den Bundestag einbringen. Ein spannendes Thema.


DN: Genau und wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, sprechen wir heute über das Thema Nachhaltigkeit.


DG: Ja, David, Nachhaltigkeit ist ja gerade in aller Munde. Wie gehst du denn persönlich-, ich nenne es mal mit diesem Hype um? Ist Nachhaltigkeit ein Teil deines, oder eures Lebens? Wie definierst du den Begriff für dich?


DN: Also erstmal um auf den Begriff einzugehen-, das ist ja etwas erhalten das aktuell Bestand hat und aber auch was weiterentwickeln, damit das eben auch in Zukunft Bestand haben kann. Und wenn ich das Ganze mal beziehe auf die Umwelt, für unsere Nachfahren irgendwie so das gleiche Erlebnis vom Planeten zu erhalten, bezogen auf Unternehmen, ist ja immer die Frage, wie können wir nachhaltig wirtschaften um in der aktuellen Größe-, oder natürlich größer, auch in zehn, 20, oder 30 Jahren Geld mit unserem Business zu verdienen. Wir feiern bei der I* dieses Jahr 30-Jähriges und ich will eigentlich schon 60 Jahre I* miterleben. Und das Thema in aller Munde-, ja, das glaube ich irgendwie nicht ganz. Also vielleicht redet jeder darüber, aber was dann jeder tut.


DG: Das würde ich schon sagen. Also dass jeder darüber redet, würde ich schon sagen.


DN: Genau, aber das Tun ist natürlich immer die Sache, ja. Und ich finde da trennt sich auch die Spreu vom Weizen dann. Da geht es los mit dem Müll von den M* Tüten, die man wirklich immer noch an den Straßenrändern findet und endet dann irgendwie-, keine Ahnung, bis zur Rohstoffgewinnung für E-Autos. Ganz persönlich finde ich-; und da habe ich auch einen ganz guten Post auf Instagram gelesen-, es geht nicht darum irgendwie perfekt zu sein, oder keine Ahnung-, 100 Prozent Öko zu leben.


DG: Das geht auch gar nicht.


DN: Nein, ich glaube das wird keiner. Und Alleine schon noch das technische Hören von den Podcasts, oder das Aufzeichnen, aber eben quasi, um seinen persönlichen Maximalbeitrag zu leisten. Und ganz praktisch bei mir-, ich verwende jetzt keine Plastikflaschen, sondern wir trinken Wasser aus dem Hahn. Und wir essen wenig Fast Food-, wir haben einfach einen Respekt vor der Natur. Also ich bin sehr, sehr gerne in der Natur.


DG: Aber du gehst nicht selbst jagen?


DN: Nein, ich gehe nicht selbst jagen. Wenn ich einen Jagdschein hätte, dann würde ich das machen. Ich persönlich finde das schon spannend, ja.


DG: Aber ist auch was dran, denn wenn man Fleisch isst, sollte man es auch töten können. Aber das ist ein anderes Thema.


DN: Ja und ich finde als Jäger kann man ja genauso nachhaltig leben, weil du musst ja auch diese Bestände kontrollieren. Genau, ansonsten glaube ich, dass wir ein ganz gutes Energiemanagement in der Wohnung haben. Und zum Beispiel in der Firma haben wir eine Außenbeschattung, statt irgendwie Klimaanlagen auszurüsten. Ich fliege jetzt nicht so oft-, also ich fliege jetzt nicht in irgendwelche weiten Länder.


DG: Hast du das mal gemacht so einen persönlichen Fußabdruck?


DN: Also ich habe es mal errechnet. Ich weiß es nicht mehr genau wie das Ergebnis war.


DG: Ich weiß es noch. Alleine ich bräuchte schon 1,9 Erden. Und ich war schon gnädig zu mir selber. Es ist schon echt traurig. Ich würde sogar sagen, dass ich nachhaltig lebe, aber es ist echt krass was da rauskommt.


DN: Okay, krass. Ja und ich habe natürlich auch eine Geldspende für GermanZero getätigt, als ich das gelesen habe, oder davon gehört habe. Und genau, das waren jetzt mal ein paar Beispiele, die mir da eingefallen sind. GermanZero-, wir hatten es ja eingangs erwähnt, ist eine Bürgerbewegung, die mit Experten*innen zusammen einen Klimaplan entwickelt, den dann auch in Gesetzespakete formuliert und der Regierung so vorlegen will. David, wie erfolgsversprechend siehst du so eine Anstrengung? Hören Politiker*innen wirklich auf das was da erarbeitet wird, oder sind sie im Grunde irgendwie zu kurzsichtig, weil sie irgendwie so von Wahlperiode zu Wahlperiode leben und denken?


DG: Also ich glaube jede Beteiligung von Bürger*innen die Politiker*innen auf eine Thematik aufmerksam macht, ist zu begrüßen. Ich denke, dass der Scham darin liegt, dass Experten*innen-, und ich denke da werden auch Juristen*innen dabei sind und Laien daran machen. Und dann eben auch dieses Thema Gesetze-, also Gesetzespakete zu formulieren, weil das ist nämlich immer das schwierigste. Ich sage immer Forderungen aufstellen, das ist nicht leicht, aber das ist machbar, aber es dadurch auch umzusetzen. Und ich denke wichtig ist mir immer dabei-, dass hast du ja auch schon gesagt, dass man einen eigenen Beitrag sieht. Was kann ich als Vorbild alleine schon in meiner lokalen Verantwortung tun? Und ausgehend von den Erfahrungen, kann ich dann sagen: "Okay, Ziele und Visionen, die ich für das große Ganze sehen, muss ich immer auch an mich selbst rückbinden", weil sonst wird man so ein Stückchen nicht größenwahnsinnig, aber ich finde immer gucken was kann ich auch selbst tun und wo ist mein Beitrag. Und das kommt so nach und nach zurück. Da ich habe selbst im Bereich Migration mit vielen Politikern*innen Kontakt habe und arbeite da sehr eng zusammen, erlebe wirklich die Mehrheit-, ob es im Landtag, oder auf Bundestagsebene ist, offen, zugewandt noch interessiert und an Lösungen orientiert. Wichtig aber ist die gegenseitige Wertschätzung. Und ich denke, die drückt sich eben auch in Kommunikation und eben auch in der Sprache aus. Und es gibt auch Personen, sage ich leider, die dann von den Politikern*innen sprechen, die doch endlich mal handeln sollen. Ja, die da oben, genau. Und ich denke ein bisschen Demut, dass die eigene Position vielleicht nicht immer die alleinige ist und das Kompromisse-, ja, leider dazugehören-, das wird manchmal tatsächlich glaube ich schneller zum Ziel führen. Das musste ich selbst auch erst lernen-, mal einen Gang runterzuschalten führt manchmal mehr zum Erfolg als immer laut und Vollgas nach vorne. Ein großes Lob möchte ich an die Jugendlichen machen, die uns, oder die Generation vor uns-, aber auch uns schon so ein Stückchen fordern und herausfordern. Jetzt sagen die Leute: "Ihr müsst mal machen." Und die machen uns radikal auch auf Missstände aufmerksam. Und das ist ihre Rolle. Ich finde nicht, dass sie schon Lösungen haben müssen. Wenn sie das haben, ist gut. Aber die sagen: "Hey passe auf. Ihr seid älter als wir. Und ihr müsst die Lösungen haben." Und das finde ich sehr spannend. Jetzt haben wir über Nachhaltigkeit unter ökologischer Brille gesprochen und sind schon ein bisschen schon ins Thema reingekommen. Nachhaltigkeit hat eine ökonomische, eine ökologische und eine soziale Säule. Alle die BWL studieren haben das mal gelernt. Bei welcher Säule siehst du mehr oder weniger Herausforderungen, um so eine Gesellschaft Nachhaltig zu gestalten?


DN: Ja, also ich glaube die Frage ist da schon ein eigener Podcast, aber ich denke, dass irgendwie alles ein bisschen so miteinander zusammenhängt, also auch gewisse Abhängigkeiten untereinander bestehen von diesen Säulen.

Weil wenn man jetzt ökonomisch, nachhaltig arbeitet, dann steigert das natürlich den Wohlstand in der Gesellschaft und damit zieht das auch das Soziale ein bisschen nach oben-, also wenn die Gesamtgesellschaft besser wird. Und wenn dann zugleich auch durch den Wohlstand der Gesellschaf jetzt zum Beispiel soziale Projekte gefördert werden und Gelder dafür bereitgestellt werden, dann verbessert sich ja die Situation für die. Und die Ökonomie ist langfristig, aber auch natürlich Abhängigkeit von der ökologischen Nachhaltigkeit. Zum Beispiel ist die Landwirtschaft ja direkt davon betroffen und damit ist dann auch wieder unser Wohlstand und unsere Ernährung davon betroffen. Aber ja, jetzt detailliert zu sagen welche Säule-, wo ich jetzt da die größte Herausforderung sehe, finde ich schwierig, das detaillierter zu beantworten.


DG: Das wäre auch eine Doktorarbeit glaube ich. Ich wollte es nur ein bisschen schwierig machen zum Einstieg halt.


DN: Ja, David was bringt es aus deiner Sicht, wenn wir vor unserer Haustüre eine saubere Welt haben-, also E-Autos und so weiter, wenn dafür die Verschmutzung dann quasi in dritte Welt Länder verlagert wird. Also zum Beispiel Lithiumabbau, oder Entsorgung von Müll. Beispiel-, Norwegen ist ja weitgehend klimaneutral, also sagen sie ja von sich, aber sind damit natürlich auch verantwortlich für sehr vier mehr Schmutz in anderen Ländern.


DG: Ich würde mal von auf das von vorhin zurückgehen. Ich habe immer ein Zitat-, jetzt kommt es. Etwas spät, aber es kommt. "Nicht die Welt ist unser Schicksal, sondern die Wirtschaft." Das hat Walther Rathenau gesagt und ich finde da geht es genau um den Aspekt. Weil mit einer Ökonomie übersetzt heißt es, was brauche ich denn eigentlich, um glücklich zu sein? Und der Ökonom Niko Pech hat mal gesagt: "Wir haben ein Surfbrett im Keller, wir haben drei Fahrräder, wir haben eine X-Box. wir haben alles Mögliche, aber nicht die Zeit es zu benutzen." Und dann fragt er weiter-, von welchen Energiesklaven Konsum und Komfortkrücken ließen sich unsere übervollen Lebensstile und schließlich die Gesellschaft als Ganzes befreien? Jetzt höre ich schon manche schreien. VERZICHT. BEVORMUNDER. Das geht gar nicht. Aber ich glaube es geht so ein bisschen um die Frage, die dahintersteht. Was brauche ich wirklich? Also auch so eine Balance-, wir hatten es vorhin mit der Lebensmittelversorgung, zwischen Selbst-, und Fremdversorgung-, auch wieder zu lernen selbst Dinge anzubauen. Oder-, auch das ist ja jetzt gerade Thema-, hier in Lauf ja auch, nicht regional Währungen, aber zumindest zu sagen: "Behalten wir das Geld hier im regionalen Umkreis." Da könnte man jetzt auch einen eigenen Podcast darüber machen, aber dass man es mal von diesem globalisierten, von diesem großen Trend und wieder regional zurückverankert.

Mich hat die Woche echt was beschäftigt-, nämlich als ich in der Zeitung gelesen habe, dass viele unglücklich sind, weil sie dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren können. Keine Frage, ich fahre auch gerne in den Urlaub, aber wenn es wirklich depressive Tendenzen annimmt, wenn ich einmal, oder zweimal im Jahr eben nicht in Urlaub fahren kann. Dann auch wenn ich dafür jetzt einen Shitstorm für abbekomme, aber dann denke ich mir, muss man an seinem Leben etwas radikal verändern und sich die Frage stellen, was macht denn Glück für mich wirklich aus?


DN: Ja und vor allem-, ich meine, klar jetzt in den Urlaub fahren zu können-. Also ich glaube der Urlaub, oder diese Freizeit ist ja nicht weg deswegen. Man kann trotzdem Freizeit nehmen. Wir haben letztes Jahr in der der tiefsten Coronakrise-, haben wir diese eineinhalb, zwei Wochen genommen, um das Gemeindehaus umzubauen. Konnten wir auch nicht wegfahren, aber das war im Endeffekt so entspannend für den Geist-, für den Körper nicht, aber für den Geist. Und von daher-, der Urlaub ist nicht weg. Der verlagert sich halt.


DG: Ja, also ich denke tatsächlich-. Genau und trotzdem wart ihr jetzt nicht unglücklich.


DN: Nein, überhaupt nicht.


DG: Gut, manchmal vielleicht beim Platten verlegen oder so. Aber-. Also genau, ich glaube darum geht es zu sagen-, wie fülle ich meine Freizeit? Und wenn das nur noch an einem raus aus meinem Alltag besteht, wird es schwierig für mich, oder für dich zumindest. Das gleiche ist-, auf die große Ebene gezogen-, wir wissen als Menschen was gut ist für eine Beziehung. Rücksicht zu nehmen, Kooperationen, Unterstützung, Fürsorge für den anderen. Und dann-, dass hatten wir auch schon mal-, also welche Werte herrschen im Wirtschaftssystem? Egoismus, Konkurrenz, Machtstreben, Brutalität, Misstrauen. Und dass finde ich so paradox, ja, dass wir eigentlich wissen wie funktionierende Beziehungen ausschauen müssen und ausgerechnet in der Beziehung, die für unser Zusammenleben elementar ist-, und das ist die Wirtschaft-, handeln wir genau nach den gegenteiligen Werten. Und ich finde ganz spannend, wenn wir mal in unser Grundgesetz reinschauen-, Artikel 14, da steht eben Eigentum verpflichtet. Das ist ein Gebrauch-, soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Jetzt kann man sagen na ja, in Bayern gilt das nicht. Dann schauen wir doch in die Bayerische Verfassung: Da steht es noch viel deutlicher in Artikel 151 der bayerischen Verfassung steht-, die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl. Sind sozialistische Tendenzen im schönen Bayern. Spaß bei Seite. Aber es ist klar, in welchem Geist, nämlich nach dem zweiten Weltkrieg


Es braucht zum Umdenken von ganzen Gesellschaften, ich nenne mal das Thema Gemeinwohlökonomie den Austausch über das, was unsere Welt lebenswert macht. Und eben auch das Verständnis dafür, dass ich nicht bedingungslos konsumieren kann, ohne dass das Folgen für den anderen hat. Aber wie gesagt, die Vorarbeit, die muss im Kopf stattfinden. Und ich glaube das ist das Schwierige. Und ich finde sehr beeindruckend auch wieder, wenn ich an die Freizeiten denke, wie sich das in den Jahren entwickelt hat-. Letztes Jahr im Sommer hatte ich heißeste Diskussionen zum Thema Milch in Kaffee. Das finde ich spannend. Ich glaube, dass das Bewusstsein sich nach und nach ändert und dass das die junge Generation tut. Ich sage jetzt bewusst die junge Generation. Denn ich bin es nicht mehr. Ja und ich glaube auch, dass wir jetzt auch als Evangelische Jugend da weiter nach Lösungen suchen und das auch im Blick haben müssen und dann versuchen auf unsere Ebene zu verändern.

Du bist Unternehmer-, wie bildet sich der Aspekt der Nachhaltigkeit in eurer Firma wieder? Kann man als Unternehmen-, wir haben es ja gerade gehabt-, kann ich da nachhaltig und immer gut sein, wenn ja die Branche es dann doch nicht ist? Und ihr seid ja ein IT-Unternehmen-, wie nachhaltig ist denn die IT-Branche an sich? Jetzt kommen die kritischen Fragen. Jetzt hört der Papa bestimmt zu. Was macht ihr?


DN: Also ich hatte es ja vorhin schon mal erwähnt mit den hohen Investitionen, die wir vorletztes Jahr hatten-, zur Außenbeschattung statt eben Klimaanlage. Also wir haben noch zwei Klimaanlagen, einfach weil die halt verbaut wurden. Aber einfach da wirklich Klimaanlagen-, also Außenbeschattung zu haben in heißen Monaten. Dann haben wir eben auch so Wasserhähne mit Sprudel-, also mit Sprudel ergänzt, also braucht jetzt auch keiner mehr Getränke kaufen, oder irgendwie mitbringen. Und unsere Infrastruktur erlaubt es-, und ich glaube, das haben wir auch während Corona unter Beweis gestellt, dass wir nicht immer unbedingt zum Kunden vor Ort fahren müssen. Also der Großteil unserer Mitarbeiter*innen sind Consultant die beim Kunden normalerweise vor Orr dann auch Workshops und so weiter machen und die Installationen. Das machen wir jetzt eigentlich sehr, sehr viel mit einer virtuellen Fernwartung auch den Support und so weiter. Und natürlich ist unser Geschäftsmodell per se auch ein bisschen mit dieser Abschaffung des Papieres, des gedruckten Papieres verbunden. Das ist jetzt nicht mehr unser Hauptargument-, also das papierlose Büro, das ist eh so ein Hirngespinst.


DG: Aber gibt es das? Glaubt ihr daran?




DN: Nein, also-. Nein, wir haben ja selber dieses System im Einsatz, aber wenn ich manchmal den Schreibtisch von meiner Mutter sehe, da ist nix papierlos, ja. Also das-. Manche Dinge braucht es einfach Papier. Genau, aber das ist eigentlich auch nur die ökologische Nachhaltigkeit. Und ökonomisch müssen wir natürlich immer am Ball bleiben. Also das heißt neue Technologien bewerten, dann für uns adaptieren und das Thema Cloud ist immer mehr im Kommen. Und da müssen wir einfach wissen wie können wir damit umgehen um dann in vielen, vielen Jahren damit zu leben. Also wir arbeiten sehr, sehr stark mit einem Lizenzbasierten Modell, das heißt wir kaufen und verkaufen Lizenzen und dann installieren wir quasi eine Software beim Kunden*in. Und dieses Cloudmodell hat einen ganz anderen Hintergrund. Und zwar der Hersteller hat eine Plattform und da gehen dann Kunden*innen drauf und zahlen quasi pro Nutzung-, pro Benutzer*in und so weiter. Also ein ganz, ganz anderes Modell. Und da müssen wir einfach gucken, wie können wir in dieser Welt-, wenn die in zehn, 20 Jahren anders ist, weiterhin Geld verdienen. Und zum Thema soziale Nachhaltigkeit, ist natürlich unser Management und das Management unserer Mitarbeiter*innen, oder Kollegen*innen gefragt. Und ich glaube da haben wir in den letzten vergangenen Podcasts schon relativ viel darüber gesprochen. Also in Summe glaube ich, dass wir schon eine nachhaltige Firma sind. Das ist deutlich leichter als kleinerer Mittelstand, als wenn du jetzt eine Riesenfirma bist mit 6000 Mitarbeitern-, da kostet halt mal eben eine Nachhaltigkeit deutlich mehr. Ja, also wenn jetzt die D* irgendwie eine neue Außenbeschattung macht, sind das halt keine 20.000, sondern dass sind dann halt dann-, keine Ahnung, 2.000.000 EUR.


DG: Ja, aber das maximale tun, was man auch leisten kann.


DN: Ja, genau. David, du bist jetzt ja auch seit diesem Jahr Geschäftsführer von Kindertagesstätten. Wie ist es bei euch? Wie geht ihr damit Nachhaltigkeit um-, das heißt was tut ihr dafür und was lehrt ihr auch den Kindern? Du hast vorhin angesprochen, die Jugend sind auch die-.


DG: Genau ich züchte die nächste Freizeit Generation. Also ich habe eine Einrichtung, da wird regional und Bio gekocht, was ich sehr spannend finde, dass die eben selbst täglich kochen. Das finde ich was ganz, ganz wertvolles und wichtiges. Wenig Fleisch dann tatsächlich auch, dass ist faszinierend. Dort wo geliefert wird, kommt mehr Fleisch als wenn du selber kochst-, faszinierend. Dann eben auch das Thema mit den Kindern selbst Gemüse anbauen-, ich will das mit dem Tim auch machen Nicht auf dem Balkon, sondern hinter dem Haus. Aber einige Einrichtungen machen das schon. Also auch-, wie werden Lebensmittel hergestellt? Ja, also dass das Fischstäbchen quasi kein Tier ist, sondern das ist ein Fisch. Dann noch das Thema Auseinandersetzung mit der Artenvielfalt.

Ich war letztens in der Einrichtung und da hatten sie die verschiedenen Vögel als Plüschtiere. Und dann haben sie gelernt, wie eine Kohlmeise oder eine Blaumeise unterschiedlich pfeift und hatten beide als Kuscheltiere dabei. Da haben sie überlegt welche Vögel sie schon in ihrem Garten gesehen haben. Und ich finde es ganz wichtig zu verstehen, das ist unsere Natur. Also da auch eine Achtung vor der Natur und vor der Schöpfung zu haben. Und ein weiterer wichtiger Punkt, denkt man auf den ersten Blick vielleicht nicht, aber ich finde Partizipation tatsächlich wichtig. Also die Beteiligung. Nämlich das man erlebt das man selber wirksam ist. Dass das was ich sage, dass das was ich tue, dass das auch eine Auswirkung hat. Und ich glaube das ist das Relevanteste. Denn nur dann setzt man sich auch für politische Ideen und Ziele ein. Das heißt nicht, dass man alles bekommt. Aber ich denke letzten Endes das man das auch spürt. Und das können die Kleinen schon auch lernen. Man kann ihnen zu spüren geben, dass wenn sie was sagen, dass das dann auch gehört wird, und versuchen das ernst zu nehmen.

Und im Großen nachhaltig gedacht, klar, das energetische Bauen, für alles andere gibt es ja keine Fördermittel mehr. Solarenergie, dass ist quasi selbstverständlich in der heutigen Zeit. Und da sage ich auch wirklich Gott sei Dank, dass man das auch an Fördermittel bindet.


DN: Ja, mal ein bisschen größer noch gedacht-, wie unterstützt, oder treibt eigentlich die Kirche Nachhaltigkeit voran und vor allem irgendwie so auf Bezug vom Klima?


DG: Also Mission eine Welt, das ist ja diese Partnerschaftsorganisation, die Partnerschaft in alle Länder unterhält. Da gibt es die sogenannte Freiwilligendienste-, denke ich ein paar kennen das vielleicht, wo man einfach dann FSJ macht, oder Bundesfreiwilligendienst und so-, viele sind in Chile, dann in Tansania, wo auch immer. Ja, das finde ich ganz wichtig einfach auch dann die Auswirkungen vor Ort mal zu sehen. In aller Welt. Ich selbst war mehrmals im Kosovo, wo man auch merkt, wie Armut und Reichtum zusammenhängen. Dann klar, Öffentlichkeitsarbeit-, da ist z.B. viel zum Thema TTIP gemacht worden, zu diesem Transatlantikabkommen, wo wir als Kirchen auch viele kritische Fragen hatten oder Anfragen und Lobby-Arbeit zum Lieferkettengesetz. Das ist mit von Mission eine Welt-, beziehungsweiße vom Brot für die Welt auch maßgeblich mit unterstützt worden. Ich selbst habe viele Seminare und Vorträge zu allen Themen rund um gerechte Globalisierung gemacht für die Evangelische Jugend. Dann der grüne Gockel. Es gibt einen Beauftragten in der Kirchengemeinde und der guckt halt, dass da auch vor Ort dann das umgesetzt wird, ja. Auf den Freizeiten sind ökologische Standards implementiert worden von der Anreise im öffentlichen Nahverkehr, dass man weg von den Autos kommt bis zu weniger Fleisch. Das hatten wir jetzt auch, dass wir da gesagt haben Reste verwerten, nicht wegschmeißen. Regionale Freizeiten oder mit Reisebus. Als Evangelische Jugend fliegen wir ja auch bewusst nicht nach Griechenland, sondern fahren dann eben mit dem Reisebus in die Provence, weil es doch noch immer günstiger ist und klimafreundlicher ist.


DN: Stelle ich mir auch Horror vor, irgendwie 30 Jugendliche da im Flieger-, dass alle zusammenhalten, dass alle im Gate sind.


DG: Ja, ja. Ich denke das wäre mal eine Aktion wert. Wir sind mal Fähre gefahren, das war auch schon-. 24 Stunden auf der Fähre. Bräuchte ich auch nicht nochmal. Also ich denke, da ist viel im Wandel. Es ist Thema, aber ich glaube es ist immer Luft nach oben. Ich finde, das was du gesagt hast, immer wieder das Maximum tun und nicht ausruhen.


DN: So, wir machen hier einen kurzen Brake. Und zwar war das jetzt der erste Teil des Podcast zum Thema Nachhaltigkeit in dieser Welt. Und der zweite Teil wird zum Thema Nachhaltigkeit in der neuen Welt.

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